Therapie

Alle Behandlungsmaßnahmen sind auf die Ursache der jeweiligen Schlafstörung abzustimmen. Das wichtigste Ziel ist es, den erholsamen Schlaf wieder herzustellen. Dies bedeutet, die Behandlung sollte nicht nur eine reine Verlängerung des Schlafes herbeiführen, sondern vor allem die Schlafqualität positiv beeinflussen. Therapien, welche die natürliche Schlafarchitektur unterstützen und nicht verändern, sind hierfür besonders geeignet.

 

Behandlungsmaßnahmen ohne Medikamente

 

Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die Überprüfung von Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. In vielen Fällen lassen sich Schlafstörungen durch sogenannte schlafhygienische Maßnahmen deutlich lindern. In jedem Fall sollte die Überprüfung und ggf. Änderung bestimmter Gewohnheiten die Grundlage jeder Behandlungsmaßnahme darstellen. Ein Beispiel für eine weiterführende, verhaltenstherapeutische Technik, um den Schlaf zu fördern, ist die sogenannte Stimulus-Kontrolle.

 

Einschlaf-Technik: Stimulus-Kontrolle oder "Das Bett ist nur zum Schlafen da"

  • Gehen Sie nur zu Bett, wenn Sie müde sind.
  • Benutzen Sie das Bett nur zum Schlafen, d. h. nicht zum Lesen, Trinken, Rauchen, Fernsehen (sexuelle Aktivitäten ausgenommen)
  • Wenn Sie nach 10 min noch wach sind, stehen Sie auf und gehen Sie in ein anderes Zimmer. Gehen Sie erst wieder ins Bett, wenn Sie sich müde fühlen.
  • Wenn Sie dann immer noch nicht einschlafen können, wiederholen Sie den vorhergehenden Schritt.
  • Stehen Sie jeden Morgen zur gleichen Zeit auf.
  • Schlafen Sie nicht tagsüber.

Entspannungsverfahren (z. B. progressive Muskelrelaxation, autogenes Training etc.) sind auch wichtige und häufig wirksame Behandlungsmaßnahmen.

 

Medikamentöse Therapie

 

Ist eine schnelle Hilfe notwendig oder handelt es sich um eine langbestehende chronische Schlafstörung, stoßen diese Behandlungsmaßnahmen als alleinige Therapie an ihre Grenzen. In diesen Fällen ist eine medikamentöse Therapie mit einem auf die jeweilige Situation des  Betroffenen abgestimmten schlaffördernden Medikament bzw. ein kombiniertes Therapieregime sinnvoll.

 

Als Schlafmittel werden pflanzliche und synthetische Substanzen eingesetzt. Außer den pflanzlichen Substanzen und den sogenannten Antihistaminika sind alle anderen weiter unten genannten Medikamente verschreibungspflichtig.

 

 

Substanzklasse (Wirkstoff-Beispiele):

 

freiverkäuflich:

  • Pflanzliche Substanzen (Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume)
  • Antihistaminika (Diphenhydramin, Doxylamin)

 

verschreibungspflichtig:

  • Alkoholderivate (Chloralhydrat)
  • Klassische Benzodiazepine (Lormetazepam, Flurazepam, Triazolam u.a.)
  • Nicht-Benzodiazepine (Zolpidem, Zopiclon)
  • Antidepressiva (Trimipramin, Doxepin, Amitryptilin u.a.)
  • Neuroleptika (Melperon, Levomepromazin, Pipamperon u.a.)
  • Melatonin (retardiert)

 

 

Wichtig ist es, bestimmte Medikamente nur für eine begrenzte Zeit einzunehmen und Dosisänderungen oder ein vollständiges Absetzen der Medikation nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt vorzunehmen.