SCHLAFSTÖRUNGEN

Schlafprobleme: Wenn schlechter Schlaf zur Zerreißprobe für Körper und Geist wird

Schlafprobleme sind ein Phänomen, mit dem sich viele Menschen regelmäßig konfrontiert sehen. Die Gründe dafür können unterschiedlicher Natur sein. Ebenso unterschiedlich kann die Häufigkeit der Schlafprobleme sein. Ein Student im Examen-Stress bekommt die Nacht vor der Prüfung kein Auge zu, weil er aufgeregt und angespannt ist. Eine junge Mutter mit Geldproblemen bekommt keinen Schlaf, weil sie sich Gedanken darum macht, wie die Rechnungen bezahlt werden sollen. Dies sind zwei typische Beispiele für temporäre Schlafprobleme. Was aber, wenn Schlafprobleme zu einem  anhaltenden Problem werden?

 

Warum ist Schlaf so wichtig für uns?

 

Warum verschlafen wir rund ein Drittel unseres Lebens? Weil es notwendig und gut für unseren Körper und unser Wohlbefinden ist. Der Schlaf ist kein passiver Zustand. Vielmehr laufen während des Schlafens viele aktive Prozesse ab, die wichtig für das Leben sind. Am offensichtlichsten erscheint uns die Erholungsfunktion des Schlafs. Daneben dient der Schlaf der Erholung von bestimmten Stoffwechselprozessen (z. B. Auffüllen der Energiespeicher im Gehirn)  und der Stabilisierung des Immunsystems. Darüber hinaus benötigt unser Gehirn den erholsamen Schlaf, um anpassungs- und lernfähig zu bleiben. Ob wir Vokabeln lernen, Gefühlserfahrungen sammeln oder Bewegungen einüben – alles wird während des Schlafens in der Nacht  noch einmal von den Nervenzellen „geübt“ und damit auch in gewissem Maße gefestigt. Schlafprobleme stören alle diese Prozesse und Funktionen.

 

Warum werden wir müde?

 

Der Schlaf bzw. das Schlafbedürfnis wird durch unsere innere Uhr, einem hochkomplexen System aus über 20.000 Nervenzellen (dem Nucleus suprachiasmaticus) im Zwischenhirn (Hypothalamus) gesteuert. Als wichtige Zeitgeber der „Master-Uhr“ dienen das Licht und das körpereigene Hormon Melatonin, das bei Dunkelheit gebildet wird. Beides löst im Zusammenspiel mit vielen Elementen Müdigkeit aus. Trotz Müdigkeit finden Menschen, die Schlafprobleme haben, oft nicht in den Schlaf.

 

Wie beeinflussen Schlafprobleme unseren Alltag?

 

Heute weiß man, dass eine bestimmte, ungestörte Abfolge der verschiedenen Schlafstadien für einen erholsamen Schlaf wichtig ist. Man spricht deshalb auch von der natürlichen „Schlafarchitektur“. Wenn Tiefschlaf- oder Traumphasen verkürzt sind oder gar fehlen, fühlt man sich auch nach einem langen Schlaf nicht erholt. Dies zeigt sich auf ganz verschiedene Weise und in unterschiedlichen Graden. Es kann zu Konzentrationsschwächen kommen, man wird vergesslich und fühlt sich generell unwohl. Dies sind nur wenige von vielen Symptomen der Schlafprobleme. Zusätzlich können die Schlafprobleme auch eine psychische Belastung darstellen. Schlafprobleme müssen allerdings nicht unbehandelt bleiben. Es gibt Therapiemöglichkeiten, die sehr vielversprechend sind und häufig eine schnelle Besserung der Situation erreichen können.