Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Wie wird Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) behandelt?

Da man die genaue Ursache von Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) bisher noch nicht kennt, gibt es auch noch keine heilende Therapie. Derzeit werden viele Medikamente in klinischen Studien getestet - darunter Gen- und bestimmte Chemotherapeutika, Substanzen, die auf das Immunsystem wirken, Wachstumsfaktoren, Antioxidantien, Substanzen, die den Metallstoffwechsel beeinflussen und auch bekannte Wirkstoffe aus anderen Therapiegebieten. Letztere haben den Vorteil, dass hier das Nebenwirkungsprofil bereits bekannt ist.

 

Bislang hat einzig der Wirkstoff Riluzol eine Verzögerung des Krankheitsprozesses und eine Verlängerung der Lebenserwartung von Monaten bis Jahren gezeigt. Riluzol wirkt auf den zellschädigenden Botenstoff Glutamat und ist für die Behandlung der ALS zugelassen. Riluzol ist in Deutschland in Tabletten- und Saftform erhältlich.

ALS-Therapeutika gibt es in Tabletten und Saftform.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von medikamentösen Behandlungsansätzen, die auf die möglichen Symptome von ALS abzielen (z.B. krampflösende Mittel, schleimlösende Mittel, Mittel gegen übermäßigen Speichelfluss und Mittel gegen Depression oder Angst).

 

Eine wichtige Rolle spielt auch die Physiotherapie. Hierbei sollte beachtet werden, dass die Belastungsgrenze des Patienten nicht überschritten wird. Auch ist ein Schluck- und Atemtraining unter logopädischer Anleitung sinnvoll.

Bei ALS sind viele Hilfsmittel und Medizinprodukte eine große Erleichterung. Da bei den meisten Patienten die Krankheit fortschreitet, sollten Themen wie die Beantragung eines modernen Rollstuhls, die Beschäftigung mit Kommunikationshilfen und das Anlegen einer Ernährungssonde sowie die nicht-invasive Beatmung (Atemmaske) frühzeitig besprochen werden. All diese Hilfsmittel können sich positiv auf die Lebensqualität und auf den Krankheitsverlauf auswirken.