Das Epilepsiemotiv in der zeitgenössischen Kunst

Auch bildende Künstler und Künstlerinnen unserer Tage beschäftigen sich mit dem Epilepsiemotiv. Die Gründe für die Wahl dieser Thematik sind dabei sicherlich sehr unterschiedlich. Mitunter mag es die Eindrücklichkeit sein, mit der die Krankheitssymptome auf den Beobachter einwirkt, mitunter auch ein Betroffensein in der eigenen, vielleicht sehr nahe stehenden persönlichen Umgebung, in manchen Fällen auch das selbst den modernen, aufgeklärten Menschen unerklärlich, geheimnisvoll, kreatürlich, ja erschreckend Anmutende des Geschehens.

Den meisten Künstlerinnen und Künstlern kommt es nicht darauf an, in ihren Werken Medizinisches exakt wiederzugeben; es liegt ihnen erkennbar mehr daran darzustellen, was Krankheit und Symptome mit den Betroffenen machen, wie sie auf das (Alltags-) Leben, Denken, Empfinden und Reflektieren des Epilepsiekranken einwirken, welche Einflüsse diese Epilepsie auf ihre psycho-soziale Situation ausübt.

Jedes der hier beispielhaft wiedergegebenen Werke hat eine eigene, meist sehr persönliche Geschichte, die der Betrachter ja in aller Regel nicht kennt. Doch das ist nicht entscheidend, denn jedes der Bilder entfaltet eine unmittelbare Wirkung, die bei den einzelnen Betrachtern sehr unterschiedlich sein kann – ob er nun selbst von der Krankheit betroffen ist oder nicht.