Was passiert bei einem Krampfanfall?

Viele Menschen glauben, es sei ganz einfach, einen epileptischen Anfall zu beschreiben. Jemand stoße aus heiterem Himmel einen Schrei aus, verliere das Bewusstsein, werde dann steif, beiße sich gegebenenfalls auf die Zunge und falle um. Er halte den Atem an und werde blau, krampfe dann für eine gewisse Zeit an Armen und Beinen, bis er vor Erschöpfung in eine Art Tiefschlaf verfalle. Hinterher klage er unter Umständen über Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelkater; manchmal komme es auch zu einem unwillkürlichen Urinabgang.

 

Es stimmt zwar, dass diese Beschreibung für eine bestimmte Form epileptischer Anfälle (den so genannten Grand mal-Anfall oder generalisierten tonisch-klonischen Anfall) zutrifft, aber diese Anfallsform ist nur eine von Vielen.

 

Epileptische Anfälle können sehr unterschiedlich aussehen. Sie können ohne Schrei und Bewusstlosigkeit einhergehen, ohne Steifwerden, Zungenbiss und Umfallen, ohne Blauwerden und Krampfen. Sie können so unscheinbar wirken, dass weder die Betroffenen irgendetwas davon mitbekommen noch dass Nichtfachleuten etwas auffällt, wenn sie einen Anfall direkt sehen. Einziges Zeichen eines epileptischen Anfalls kann z. B. eine Abwesenheit von fünf bis zehn Sekunden Dauer (Absence Epilepsie) oder das kurze Zucken eines Armes sein.