Epilepsie Symptome:

Unterschiedliche Anzeichen und Anfallsformen erschweren die Diagnose

 

Das wichtigste Epilepsie Symptom ist der epileptische Anfall. Allerdings verläuft nicht jeder Anfall gleich; vielmehr variieren die Anfallsformen beträchtlich, wodurch es schwierig werden kann, eine Epilepsie zu diagnostizieren. In der Regel werden mit der Epilepsie Symptome wie Muskelzuckungen, Verkrampfungen und Bewusstseinsverlust verbunden. Das Spektrum ist jedoch viel breiter: Auch Gefühls- und Verhaltensänderungen können Teil eines epileptischen Anfalls sein und als Epilepsie Symptom verstanden werden. So vielfältig die Anfallsformen sind, treten bei jedem einzelnen Epilepsie Patienten in der Regel nur ein bis maximal drei verschiedene Formen auf.

Mehr zur Definition von epileptischen Anfällen erfahren Sie hier

 

Symptome des Grand-mal-Anfalls

 

Der Grand-mal-Anfall ist die Anfallsform, die die meisten Menschen mit einer Epilepsie assoziieren. Die Symptome dieses Anfalls äußern sich meist in einem initialen Schrei des Patienten, gefolgt von einer Anspannung der Körpermuskulatur, die dann in Zuckungen des Körpers über geht (siehe auch: „Was ist Epilepsie“). Ferner kommt es zu einem Bewusstseinsverlust, so dass sich der Patient im Nachhinein nicht mehr an den Anfall erinnern kann. Auch die Blaufärbung der Lippen ist ein typisches Epilepsie Symptom, wenn es in Zusammenhang mit einem Grand-mal-Anfall auftritt. Die Blaufärbung entsteht durch die Verkrampfung der Atemmuskulatur während des Anfalls, so dass der Patient keine Luft bekommt. Der Atemstillstand kann bis zu 30 Sekunden andauern, führt aber nicht zum Ersticken des Patienten.

 

Symptome von fokalen Anfällen

 

Die Symptome fokaler Anfälle richten sich nach dem Ursprungsort im Gehirn (siehe auch „Was ist Epilepsie“). Eine häufige Anfallsform fokalen Ursprungs sind vegetative fokale Anfälle. Symptome können zum Beispiel Herzrasen, Speichelfluss, Gesichtsrötung, Schweißausbrüche oder Übelkeit sein. Plötzliche Angst, Wut oder Halluzinationen können ebenfalls Epilepsie Symptome sein und im Rahmen eines psychischen fokalen Anfalls auftreten. Auch die Sinneswahrnehmung kann durch einen fokalen Anfall gestört werden. So kann Sehen, Hören, Schmecken, Riechen oder Tasten durch den Anfall so beeinträchtigt sein, dass der Patient Blitze sieht, Geräusche oder Stimmen hört, einen komischen Geschmack im Mund hat, etwas Merkwürdiges riecht oder Temperatur- Missempfindungen, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen spürt. Fokale Anfälle mit Bewußtseinsverlust sind häufig durch so genannte Automatismen geprägt. Die Patienten wiederholen im Anfall bestimmte Handlungsmuster, wie z.B. Räuspern, Schmatzen, bestimmte Sätze oder Fragen. Automatismen können also auch ein Epilepsie Symptom sein.

 

Symptome von Absencen

 

Absencen gehören zu den generalisierten Anfällen (siehe auch „Was ist Epilepsie“) und zeigen einen typischen Ablauf. Es kommt zu einer plötzlichen Bewusstseinsstörung, so dass der Patient  seine momentane Tätigkeit für die Dauer des Anfalls unterbricht. Diese Anfälle können mehrere Sekunden dauern und sich stark gehäuft über den Tag wiederholen. Der Patient kann sich an den Anfall nicht erinnern und fährt mit seiner Tätigkeit nach dem Anfall weiter fort. Obwohl diese Anzeichen typisch für Absencen sind, werden sie von Laien vielfach nicht als Epilepsie Symptome erkannt. Absencen sind eine häufige Epilepsie-Form des Kindesalters und werden zunächst meist als Unkonzentriertheit oder Träumerei missinterpretiert.

 

Auren – ein häufiges Epilepsie Symptom

 

Einige Patienten verspüren zu Beginn des epileptischen Anfalls eine so genannte Aura. Diese äußert sich meist in bestimmten psychischen Eindrücken oder Missempfindungen des Patienten. Im Anschluss an die Aura folgt in der Regel ein epileptischer Anfall mit Bewusstseinstrübung. Die Aura ist ein Symptom, das vom Patient immer erinnert wird, im Gegensatz zu dem sich anschließenden Anfall. Daher verstehen Patienten, die eine Aura haben, diese häufig als Vorwarnung für einen unmittelbar bevorstehenden Anfall. Auren können allerdings auch isoliert auftreten und müssen nicht zwangsläufig einen Anfall nach sich ziehen.