Seit wann kennt man Epilepsie?

Das Wort Epilepsie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Ergriffen werden", „Gepackt werden" oder „von etwas befallen oder erfasst sein".

 

Epilepsie ist eine der am längsten bekannten Krankheiten. Babylonische Ärzte beschrieben die Erkrankung bereits 1.000 Jahre vor Christus auf Tontafeln. Bereits 600 Jahre später erkannte Hippokrates, dass die Ursachen der Epilepsie im Gehirn liegen. Dennoch galt die Krankheit lange Zeit, vor allem im Mittelalter, als religiös oder übernatürlich begründet, weswegen sie häufig als „Morbus sacer" oder „heilige Krankheit" bezeichnet wurde. Zwar gibt es bereits seit der Antike Behandlungsansätze der Epilepsie, wie eine geregelte Lebensführung oder den Verzicht auf Alkoholgenuss, die bis heute richtig sind, jedoch beginnt die wissenschaftliche Epileptologie (Lehre von der Epilepsie) erst im 19. Jahrhundert. Seither ist bewiesen, dass die Epilepsie ihren Ursprung im Gehirn hat, und seit dieser Zeit steht mit dem chemischen Element Brom das erste Medikament zur Behandlung der Erkrankung zur Verfügung. Im Lauf der nächsten 150 Jahre folgten viele weitere Medikamente, die die Behandlungsmöglichkeiten der Epilepsie verbesserten. Seit Ende des 20. Jahrhunderts steht mit der Epilepsie-Chirurgie eine weitere Behandlungsmöglichkeit für einen bestimmten Patientenkreis zur Verfügung.

 

Epilepsien gehören trotz allem immer noch zu den Erkrankungen, denen in der Öffentlichkeit mit einer Vielzahl falscher Vorstellungen und Vorurteilen begegnet wird, obwohl das Fachwissen gerade in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat. Es muss weiterhin viel Aufklärungsarbeit geleistet, werden damit Menschen mit Epilepsie einen ganz normalen Umgang erfahren können. So sollte immer der Mensch im Mittelpunkt stehen und nicht der „Epilepsie-Patient“.