Unsere Haut

Unsere Haut. Lebensnotwendiger Schutzwall

Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers und kann bei einem Erwachsenen ein Sechstel des Körpergewichtes ausmachen und eine Fläche von zwei Quadratmetern einnehmen. Nüchtern betrachtet, bildet die Haut eine Abgrenzung zwischen dem Körper und der Umwelt. Allerdings hat die Haut so viele unterschiedliche Funktionen und faszinierende Eigenschaften, dass sie als wahres Wunderwerk bezeichnet werden kann. Sie schützt uns vor Krankheitserregern, Kälte, Hitze, Sonnenlicht und Austrocknung sowie Druck, Stößen und Reibung. Darüber hinaus ist die Haut ein großes Tast-, Sinnes- und Gefühlsorgan. Und noch eine besondere Eigenschaft zeichnet die Haut aus: Sie ist wie kaum ein anderes Organ in der Lage, sich zu regenerieren und aus eigener Kraft zu heilen. Bei Verletzungen wird ein komplexer Wundheilungsprozess  in Gang gesetzt, damit die Wunde möglichst schnell geschlossen wird.

Schutzfunktion der Haut

Die Haut wirkt wie ein großes Schutzschild: Neben widerstandsfähigen Hornzellen wird die Haut auch durch einen Säureschutzmantel geschützt. Die leicht saure Hautoberfläche entsteht durch die Absonderung von Schweiß und Talgdrüsensekreten. Dieses besondere Hautmilieu wehrt viele Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze ab und bremst sie in ihrem Wachstum.

 

Wärmeregulation: Schutz vor Kälte und Wärme

Die normale Körpertemperatur eines gesunden Menschen beträgt etwa 37 Grad Celsius. Die Haut ist entscheidend daran beteiligt, dass diese lebenserhaltende Temperatur konstant bleibt. Abhängig von der jeweiligen Umgebungstemperatur weiten sich die Blutgefäße oder ziehen sich zusammen, so dass die Körpertemperatur reguliert wird. Die zahlreichen Schweißdrüsen in der Haut können bis zu zehn Liter Schweiß am Tag produzieren und schützen den Körper so zusätzlich vor Überhitzung.

 

Unsere Haut als Stimmungsbarometer

Jeder hat es schon einmal erlebt: Die Haut und speziell das Gesicht wird blass, wenn man unter Schock steht. Bei Scham kann einem schon mal die "Schamröte" ins Gesicht steigen und die Gefühlslage verraten. Wir bekommen Gänsehaut und die Haare stehen uns sprichwörtlich zu Berge, wenn wir erschrocken sind. Nicht umsonst wird die Haut als Stimmungsanzeiger und Spiegelbild der Seele bezeichnet. Im besten Fall fühlen wir uns in unserer Haut „pudelwohl“. Ist das nicht der Fall und stehen wir unter Stress oder seelischer Not, kann sich das nachteilig auf die Haut auswirken. Sogar Hauterkrankungen, wie beispielsweise eine Neurodermitis, können durch psychische Belastungen beeinflusst werden.

 

Sinnes- und Tastorgan

In der Haut befinden sich überall Nervenzellen mit Rezeptoren, die verschiedene äußere Reize wahrnehmen können. Dazu zählen: Vibration, Druck, Berührung, Hitze, Kälte oder Schmerz. Den größten Anteil machen Schmerzrezeptoren aus. Die große Bedeutung der Haut als Sinnesorgan zeigt sich auch im Gehirn: die Bereiche, die für die Verarbeitung der Hautsignale zuständig sind, sind vergleichsweise groß.

 

Einzigartige Reparaturwerkstatt

Bei Verletzungen wird die Haut so schnell wie möglich "repariert". Das „Reparaturteam“ setzt sich dabei aus verschiedenen Zellen zusammen. Diese finden sich zum Teil direkt an der Wunde (also in der Haut) oder werden bei einer Verletzung über das Blut an den "Ort des Geschehens" transportiert. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Formen der Wundheilung.