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Alkoholabhängigkeit

In Deutschland sterben jährlich 42.000 Menschen an ihrer Alkoholsucht. Damit ist die Alkoholkrankheit neben der Nikotinsucht die häufigste Abhängigkeitserkrankung und nach dem Tabakkonsum und Bluthochdruck die dritthäufigste Ursache für Krankheit und vorzeitige Todesfälle. Nicht nur die akute Giftigkeit des Alkohols (Menschen können schon bei einem Blutalkoholgehalt von drei Promille sterben) sondern die langfristigen Spätfolgen des chronischen Alkoholmissbrauchs sind extrem gefährlich und werden oft unterschätzt. Die gesellschaftlich akzeptierte und frei erhältliche Droge kann unter anderem zu Leberschäden sowie Beeinträchtigungen von Gehirn und Nervensystem führen. Die Lebenserwartung eines Alkoholabhängigen verkürzt sich im Vergleich mit nicht abhängigen Personen im Durchschnitt um 23 Jahre.

Alkoholabhängigkeit kann jeden treffen und definiert sich nicht allein über die Häufigkeit oder Menge des Alkoholkonsums. Die Sucht entwickelt sich meist langsam über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Zunächst spricht man von einer Gefährdung, wenn der tägliche Alkoholkonsum bei Frauen 12 g bzw. bei Männern 24 g übersteigt und regelmäßig getrunken wird, um Spannungen abzubauen und Konflikte zu bewältigen (Beispiel: 0,5 l Bier entsprechen ca. 20 g Alkohol, 0,2 l Wein entsprechen ca. 16 g Alkohol). Bei Missbrauch führt der Alkoholkonsum zu körperlichen, seelischen und/oder sozialen Schäden wie Einsamkeit, Verlust der Arbeit oder Gewalterfahrung. Bleibt der Rauschzustand aus und wird Alkohol konsumiert, um sich wohlzufühlen und um überhaupt zu „existieren“, so ist der Betroffene süchtig. In Deutschland missbraucht jeder zehnte Patient einer Hausarztpraxis Alkohol oder ist abhängig. Eine Heilung gibt es nicht, das Therapieziel sollte jedoch die vollständige, lebenslange Abstinenz bei langfristiger Rückfallfreiheit sein.