Epilepsiechirurgie ist keine Erfindung des 19. oder 20. Jahrhunderts. Schon in der Antike und in den anschließenden Jahrhunderten wurden Trepanationen durchgeführt, um eine Epilepsie zu beseitigen oder zu lindern. Die Überlegungen, die zu solchen heroischen Behandlungsversuchen führten, waren jedoch oft abergläubisch-mystischer Natur: Durch die Schädeleröffnung wollte man beispielsweise Krankheitsdämonen ein "Ausschlupfloch" oder giftigen, krankmachenden Dämpfen ein "Ausgangs-Ventil" schaffen. Gelegentlich basierten die operativen Maßnahmen aber auch auf den ätio-pathogenetischen Vorstellungen der entsprechenden medizin-historischen Epoche: In der griechischen und römischen Antike, als die Humoralpathologie das gedankliche Gerüst der Physiologie und Pathophysiologie bildete und man für die Entstehung epileptischer Anfälle das Übermaß an Schleim (Phlegma) im Gehirn verantwortlich machte, war die Entlastung des Schädelinnern mittels Trepanation durchaus konsequent. Ähnliches – nämlich die Umwandlung einer Dyskrasie (Ungleichgewicht der Körpersäfte) in eine Eukrasie (Säfte-Harmonie) – sollten auch das ebenfalls schon in der Antike praktizierte Brennen und Glühen bewirken.
Die "epilepsie-chirurgischen Maßnahmen" früherer Jahrhunderte haben ihren Niederschlag auch in der darstellenden Kunst gefunden – z. B.: "Epilepticus sic curabitur" ("So wird ein Epilepsiekranker geheilt werden") ist die Miniatur in einer lateinisch geschriebenen medizinischen Sammelhandschrift übertitelt. Diese Schrift, die sich im Besitz des British Museum London befindet, kann ins 3. Viertel des 12. Jahrhunderts datiert werden. (Ihr anonymer Autor stützte sich bei ihrer Abfassung wahrscheinlich auf spätantike Quellen.) Das kleine Kunstwerk zeigt zwei Ärzte, die einen festgebundenen Epilepsiekranken durch einen blutigen Eingriff behandeln (offensichtlich durch Schneiden und Brennen – Kauterisation – gleichzeitig).
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Epilepsiebehandlung als Kunstmotiv









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