In der Thematik ‚Epilepsie und Kunst’ nehmen die Darstellungen, mit denen Selbst-Betroffene ihre Krankheit künstlerisch umsetzen, einen besonderen Platz ein. Eine solche subjektive Sichtweise kann z. B. literarisch erfolgen (‚Selbsterfahrungsliteratur’), aber auch mittels Arbeiten der bildenden Kunst (Malerei, Zeichnung, Fotografie, Collage ...).
Die so entstandenen Werke sind oftmals nicht so sehr beeindruckend durch ihre ‚Kunstfertigkeit’, durch ihre künstlerische Qualität, als vielmehr durch die in ihnen zum Ausdruck kommenden Momente der Wahrhaftigkeit, der Sinndeutung und der persönlichen Verarbeitung. (Siehe in diesem Zusammenhang das Bild des ‚Kind-Künstlers’ Thomas in der Rubrik ‚Der epileptische Anfall im Bild’ dieser Serie.)
Eine eingehende Interpretation dieser Arbeiten ist in aller Regel nicht erforderlich – sie sind meist in ihrer Darstellungsweise recht eindrücklich und sprechen durch sich selbst.
Die drei hier gezeigten Bilder ("Endlich frei!" von Joanna Ritchie*‚ "Die gesprengte Kette" von Gluich Hansen* und "Unabhängigkeit" von Pierre Guillermit*) sind preisgekrönte Werke eines Wettbewerbes, den das ‚International Bureau for Epilepsy’ 1994 unter dem Titel ‚Epilepsie und Unabhängigkeit’ ausgeschrieben hatte. (Das IBE ist eine internationale Vereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität von Menschen mit Epilepsie und die ihrer Angehörigen zu verbessern.) Der Wettbewerb hatte sich damals vor allem an Kinder und Jugendliche gerichtet.
Das 4. Bild – "Pinguine" – wurde von der schottischen Epilepsy Association publiziert.
*Der Titel des ursprünglich nicht-betitelten Bildes wurde vom Autor dieser Zeilen gewählt.











