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Epilepsie in der Bibel (IV)
Die Heilung des ‚mondsüchtigen’ (‚fallsüchtigen’, epilepsiekranken) Knaben, die in den Evangelien der drei Synoptiker (Matthäus, Markus, Lukas) geschildert wird, hat in der bildenden Kunst oftmals ihren Niederschlag gefunden. Die berühmteste Darstellung dieser Szene findet sich bei Raffael (1483-1520): Auf seinem Bild ‚Die Transfiguration’ ist der kranke Junge, der von seinem Vater zunächst den Aposteln mit der Bitte um Hilfe vorgestellt wird, sehr realistisch dargestellt (s. die Abbildung in der Rubrik ‚Epilepsie in der Bibel II’ dieser Kunst-Serie).
Auch Künstler späterer Jahrhunderte haben sich dieses Themas angenommen, so auch der Dekorationsmaler und Illustrator Wilhelm Martin Busch (1908-1987). Auf seiner Zeichnung ‚Die Heilung des besessenen Knaben’ (1984) ist das kranke Kind – im Gegensatz zu dem Bild Raffaels, auf dem der Junge stehend gezeigt wird – liegend dargestellt, der reklinierte Kopf liegt an der Brust des Vaters, die Beine sind extendiert, die Füße in Spitzfußstellung; auch die oberen Extremitäten erscheinen ‚verspannt’, insbesondere der von Christus umfasste rechte Arm; die Finger der rechten Hand sind gestreckt, der Daumen ist abgespreizt, das Handgelenk in ‚verkrampfter’ Position übermäßig flektiert. Der Junge scheint auf die Zuwendung Christi nicht zu reagieren. Offensichtlich hat der Künstler hier die tonische Phase eines epileptischen Anfalls bei dem Jungen zeichnerisch festgehalten.
Auffallend und eindrücklich sind die unterschiedlichen, sehr individuellen Stimmungen wiedergegeben, die sich in den Gesichtszügen der Beteiligten spiegeln:
Güte und Mitleid bei Christus; angstvolle Erwartung beim Vater; ruhiges Abwarten, Neugier, Zweifel, Skepsis, ja sogar leise Ironie bei den Umstehenden.

















