Bildergalerie
Epilepsiemotive bei Jan Peter Tripp
Auch Künstler unserer Tage beschäftigen sich mit dem Epilepsiemotiv (s. Folgen ‚Epilepsie und Kunst im Jahre 2007’ dieser Serie) – z. B. der renommierte Maler, Bildhauer und Schriftsteller Jan Peter Tripp, der 1945 in Oberstdorf (Allgäu) geboren wurde und jetzt im elsässischen Mittelbergen lebt und arbeitet. Einer breiten Öffentlichkeit ist er vor allem durch seine Portraits prominenter Persönlichkeiten bekannt geworden. (Allerdings ist zumindest Kindern und Freunden von Kinderbüchern sein Vater noch vertrauter: Der 1978 verstorbene Franz Josef Tripp ist der ‚zeichnerische Vater’ so beliebter Kinderbuch-Figuren wie ‚Räuber Hotzenplotz’ und ,Jim Knopf und der Lokomotivführer’ .)
Jan Peter Tripp’s Malstil ist gekennzeichnet durch einen ‚Hyperrealismus’, d. h. durch eine kaum glaubliche Detailtreue, die seine Bilder mitunter eher wie ‚fotografiert’ denn als ‚gemalt’ erscheinen lassen. Und dennoch sind diese Werke durch ihre Komposition, Intensität, Individualität und Ausstrahlung mehr als nur eine fotografische Wiedergabe.
Jan Peter Tripp: ‚Der tiefe Fall’ (Acryl auf Papier/Holz, 1975)
Da ist einer gefallen. Nicht vom Baum – es gäbe keinen Grund, im ausklingenden Winter auf einen Baum zu klettern. Man sieht auch keine Leiter. Erst die vergrößerte Darstellung der Personengruppe unter dem Baum zeigt, was wirklich passiert ist:
Jan Peter Tripp: ‚Der tiefe Fall’ (Ausschnitt)
Der Gefallene liegt schon eine Weile da, man hat inzwischen Zeit gehabt, eine Decke zu holen. Sein Gesicht ist nicht zu sehen. Leute stehen herum – unaufgeregt, eher rat- und hilflos, ein bisschen betreten, wenig Mitgefühl, kaum Zuwendung, irgendwie "Na ja, was will man da machen!" Er ist wieder einmal gefallen, der Epileptiker. Tief gefallen.
Jan Peter Tripp: ‚Ein leiser Sprung’ (Aquarell auf Papier, 1974)
"Das bin ich. Einer wie Ihr. Aber mein Leben hat einen leisen Sprung. Er geht durch meinen Kopf. Ich bin ein bisschen traurig und manchmal auch ein wenig resigniert – Ihr schaut mehr auf den Sprung als auf mein Gesicht. Dabei ist mein Gesicht doch ganz normal, meint Ihr nicht? Habt Ihr in Eurem Leben nicht auch irgendwo einen ganz leisen Sprung?"

















